Fabian Straubinger informiert über Serviced Apartments und Pflegeimmobilien

Der Bedarf an Sonderwohnformen wächst

Gerade junge Menschen werden immer mobiler. Ein kurzfristiger Umzug in eine neue Stadt oder ein größerer beruflicher Auftrag, der einen mehrwöchigen Aufenthalt weg von zuhause nötig macht, fallen an. Was tun, wenn das Hotel zu teuer, die Jugendherberge zu unkomfortabel ist? Ein Serviced Apartment oder Boarding Apartment könnte die Lösung sein. Gleichzeitig werden die Deutschen immer älter. Apartments und Zimmer für betreutes Wohnen werden benötigt. Doch was versteht man genau darunter und was ist, wenn doch richtige Pflege notwendig wird? Wir stellen Sonderwohnformen vor.

 

Fabian Straubinger ist Immobilienberater für Kapitalanlagen bei der VR-Immobilien GmbH mit Sitz in Landau an der Isar. Er kennt sich mit den beiden Wohnformen – Wohnen auf Zeit und betreutes Wohnen – gut aus und erklärt, wo hier die Vorteile liegen, wenn die Lebenssituation eine Veränderung nötig macht.

 

Serviced Apartments billiger als Hotelzimmer

 

„Gerade in größeren Städten, wie München und Regensburg, entstehen immer mehr Boarding Häuser mit Serviced Apartments. Die kleinen Einheiten darin sind für das Wohnen auf Zeit gedacht“, erklärt er. Etwa bis zu vier Wochen können hier Personen übergangsweise wohnen. Sie haben – anders als in den meisten Hotels – eine eigene Kochgelegenheit, um nicht auf Restaurantbesuche angewiesen zu sein.

Oft besteht auch die Möglichkeit, zum Teil gegen Aufpreis, Wäsche im Gebäude zu waschen. Serviceleistungen, wie frische Handtücher und neue Bettwäsche, sind obligatorisch.

 

„Der Vorteil dieser Wohnungen auf Zeit ist, dass der Preis – in München etwa rund 60 Euro pro Nacht – deutlich unter dem eines Hotelzimmers in der Großstadt liegt“, erklärt Straubinger. Viele große Firmen würden sogar ständig mehrere Dutzend Boarding Apartments anmieten, um Flexibilität für Mitarbeiter von auswärts zu garantieren. Auch für duale Studenten, die mehrere Wochen im Semester an der Hochschule studieren, seien solche Wohneinheiten geeignet.

 

„Wichtig ist aber, dass diese Serviced oder Boarding Apartments nur für wenige Wochen als Domizil geeignet sind. Hier kann kein Wohnsitz angemeldet werden. Meist kann das Boarding Haus auch nicht als Postadresse angegeben werden. Doch hier kann man sich mit einem angemieteten Postfach behelfen.“

In Unterhaching entstehe, so Straubinger, gerade ein neues Boarding Haus durch einen zentralen Betreiber. Hier bestehe die Möglichkeit, in Apartments zu investieren, und diese als Kapitalanlage zu nutzen.

 

Bedürfnisse der Generation 60+

 

Durch mehr Mobilität der jungen Generation wird der Bedarf an Wohnungen auf Zeit wohl auch in den kommenden Jahren immer mehr ansteigen. Doch was ist mit der Generation 60+?

 

Gerade, wenn die Kinder auf eigenen Füßen stehen und vielleicht der Partner stirbt, werde für viele Alleinstehende ein ganzes Haus zu groß. Instandhaltungskosten und Aufwand seinen hoch für eine Person, weiß Straubinger aus seiner Berufspraxis.

 

„Warum nicht die Wohnfläche etwa für eine junge Familie nutzbar machen und das Haus verkaufen?“ Das Geld könne dann zum Beispiel in ein Apartment für betreutes Wohnen investiert werden. Betreutes Wohnen eigne sich für Personen, die (noch) keine Pflegestufe haben, so Straubinger.

 

„Oft sind die Wohnungen für betreutes Wohnen in einem speziellen Bereich eines Seniorenzentrums untergebracht.“ Obligatorisch sei hier zum Beispiel, dass Personal für persönliche Belange in Anspruch genommen werden kann und die Mehrzimmer-Apartments barrierefrei gestaltet sind. „Ein Vorteil diese Wohnform ist, dass hier auch der Altersvereinsamung entgegengewirkt werden kann. Wir nennen dies auch ‚Pflegeheim light’!“

 

Falls der Bewohner des Apartments dann pflegebedürftig werde, könne er dann mit relativ wenig Aufwand in ein Pflegezimmer der Einrichtung umziehen. Die gewohnte Umgebung bleibt.

 

Projekt in Lalling entsteht gerade

 

Als Kapitalanlage sind diese Apartments auch geeignet. „Ein momentanes Projekt ist gerade am Entstehen. Dies wird von einem Bauträger in Lalling erstellt, die Apartments an Investoren verkauft. Betriebliche Aufgaben, wie die Mietersuche, übernimmt der Betreiber komplett für den Investor. Verwaltungsaufgaben, wie die Nebenkostenabrechnung, übernimmt der Hausverwalter. In diesem Fall wir als VR-Immobilien GmbH.“ Von Doris Emmer

Immobilienberater Fabian Straubinger erklärt zwei Sonderwohnformen. Foto: Martin Kriegl